BILDUNGSREKORD FÜR AKADEMIE VOGELSANG IP

EIN JAHR NACH ERÖFFNUNG VON FORUM VOGELSANG IP UND NS-DOKUMENTATION VOGELSANG

Das Forum Vogelsang IP
Das Forum Vogelsang IP

Vogelsang IP, 11.09.2017 | Heute vor einem Jahr wurde in der ehemaligen NS-Ordensburg Vogelsang, in Panoramalage mitten im Nationalpark Eifel gelegen, das Forum Vogelsang IP eröffnet. Die Erlebnisausstellung „Wildnis(t)räume“ des Nationalpark-Zentrums Eifel einerseits und der Denkmalbereich sowie die Dauerausstellung der NS-Dokumentation Vogelsang andererseits sind seitdem die beiden Hauptattraktionen am „Internationalen Platz“ Vogelsang IP, der bis 2005 als belgisches „Camp Vogelsang“ militärisch genutzt war.

Immerhin 272.000 Besucherinnen und Besucher fanden im letzten Jahr den Weg in das neue Besucherzentrum am historischen „Adlerhof“. Sie waren durchschnittlich 46 Jahre alt und legten bei der Anreise im Durchschnitt rund 125 km zurück. 40% der Besucherinnen und Besucher von außerhalb kamen nach eigener Angabe „wegen Vogelsang IP in die Region“. Mehr als 100.000 kamen von deutschen Fernzielen oder aus den europäischen Nachbarländern. 85% der Besucherinnen und Besucher kamen wegen des historischen Geländes bzw. der beiden Ausstellungen, für weitere 15% war das Forum Start, Ziel oder Zwischenstopp auf einer Nationalparkwanderung.

Neben der erfreulich hohen Gesamtzahl an Besucherinnen und Besuchern und der weit über die Landesgrenzen von NRW hinaus reichenden Ausstrahlung liegt den Verantwortlichen der Vogelsang IP gemeinnützige GmbH jedoch insbesondere die Wirkung der Angebote und Programme zum historischen Ort am Herzen. Diese werden von der Akademie Vogelsang IP als Bildungswerk der GmbH entwickelt und gehen u.a. der Frage nach: „Was hat das (noch) mit mir zu tun?“.

„Unser Konzept geht auf. Die Angebote unserer Akademie hier am authentischen historischen Ort ziehen.“ kann Prof. Dr. Jürgen Rolle (LVR) als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung angesichts der nahezu ausschließlich positiven Erfahrungen aus dem ersten Betriebsjahr feststellen. So haben im Jahr seit der Eröffnung immerhin 80.900 Menschen, etwa 30% aller Besuchenden, die Angebote der Akademie wahrgenommen. Die eine Hälfte von ihnen erkundete die neue Dauerausstellung „Bestimmung: Herrenmensch. NS-Ordensburgen zwischen Faszination und Verbrechen“, die andere Hälfte nahm an einem historischen Geländerundgang, einem Studientag oder z.B. einer kulturhistorischen Wollseifen-Wanderung teil. Insgesamt wurden in dem Jahr seit Eröffnung von den derzeit 35 zertifizierten Referentinnen und Referenten der Akademie 2.240 Gruppen geführt.

Mindestens so wichtig wie diese Zahlen sind für Rolle jedoch die inhaltlichen Rückmeldungen zu den Angeboten. Er freut sich über die vielfältigen positiven und gleichzeitig nachdenklichen Einträge auf der „Wand der Eindrücke“, dem digitalen Gästebuch im Besucherzentrum. Eine Besucherin aus Mönchengladbach hinterließ hier im April den Eintrag: „Die Ausstellung zur Ordensburg ist beeindruckend und bedrückend; regt zum Nachdenken an und ist gerade in der aktuellen politischen Situation wichtig. Sehenswert!“.

Die Zahl von im letzten Jahr 7.800 an den Akademie-Programmen teilnehmenden Schülerinnen und Schülern hat sich gegenüber den Vorjahren verdoppelt. Nicht nur dies freut den Aufsichtsratsvorsitzenden Manfred Poth (Kreis Euskirchen) sehr: „Mittlerweile haben zudem bereits 15 Schulen zwischen Blankenheim und Leverkusen eine Bildungspartnerschaft mit der Akademie abgeschlossen.“ Der Kreis Euskirchen fördert, ähnlich den anderen Kommunen, den Vogelsang-Besuch im Rahmen seines Programms „Maßnahmen gegen Rechtsextremismus“. Dass fast 60% der Schulen von außerhalb der Region Aachen zwischen Heinsberg und Euskirchen kommen und teilweise bundesweit anreisen, ist Ausdruck der überregionalen Bedeutung der ehemaligen NS-Ordensburg als außerschulischer Lernort. Insgesamt stellt Poth fest: „Der Umbau des Forums und die Investitionen in die NS-Dokumentation haben sich aus meiner Sicht bereits jetzt voll gelohnt.“

Stefan Wunsch, dem wissenschaftlichen Leiter der Akademie Vogelsang IP liegt insbesondere die regionale und überregionale Vernetzung und Kooperation im Bereich der historisch-politischen Bildung am Herzen. Beispielsweise entwickelt sein Team zurzeit mit dem Kreis Euskirchen ein „Integriertes lokales Handlungskonzept gegen Rechtsextremismus und Rassismus“. Zwei Modellprojekte der Akademie mit geflüchteten Menschen am Erinnerungsort Vogelsang werden von der Bundeszentrale für politische Bildung bzw. der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ (EVZ) gefördert und unterstützen gesellschaftliche Diskussion und Integration.

Auch in der Fachwelt ist die Expertise der Akademie Vogelsang IP bzw. der NS-Dokumentation Vogelsang gefragt, sei es in der Beratung von Museen, in der Kooperation mit anderen Gedenkstätten, Erinnerungsorten und Universitäten oder bei pädagogisch/wissenschaftlichen Tagungen, Workshops und Kongressen. In der näheren Region hat die Akademie beispielsweise bei der Weiterentwicklung der Erinnerungslandschaft Hürtgenwald eine beratende Funktion übernommen. Die Nominierung der Ausstellung „Bestimmung: Herrenmensch“ zum diesjährigen German Design Award ist für Wunsch da fast schon Nebensache.

Neben der Weiterentwicklung als Bildungspartner und außerschulischer Lernort liegt für Geschäftsführer Albert Moritz ein Schwerpunkt der nächsten Zeit auf Gruppenreisen und der Etablierung als Tagungs- und Seminarstandort. Trotz der im letzten Jahr zusätzlich zu den Schulen bereits 1.030 gebuchten Gruppen mit insgesamt 20.200 Teilnehmenden sieht er hier nach eigenen Worten „noch viel Luft nach oben“ und ergänzt: „Wir merken, wie sich das Forum langsam rundspricht und zunehmend Gruppenreisen, Firmentagungen, Seminare, Betriebsausflüge und private Treffen mit Programm gefragt werden.“ Dass die Akademie hier gemeinsam mit dem Nationalpark-Zentrum und dessen Erkundungstouren in der Ausstellung „Wildnis(t)räume“ auftritt, liegt auf der Hand, „haben wir doch hier am Standort mit der Geschichte und dem Nationalpark zwei gleich starke Themenfelder. Dies zeigt schon heute die hohe Nachfrage nach Kombiangeboten.“

Der bisherige Erfolg des Forums hat laut Moritz verschiedene Gründe: „Wir haben 365 Tage im Jahr von 10 bis 17 Uhr geöffnet, sind mit den beiden Ausstellungen, den Seminar- und Tagungsräumen sowie der Panoramagastronomie nunmehr eine perfekte Ganzjahresdestination, haben eine Reihe von spannenden Themen im Programm, das denkmalgeschützte Kulturkino mit bis zu 1.000 Sitzplätzen und nicht zuletzt beeindruckende Wandermöglichkeiten im Nationalpark Eifel“. Von einem der nicht nur topographischen „Höhepunkte des Rheinlands“ und auch von einem Stück „neue Eifel“ zu sprechen, liegt für Moritz nicht fern.


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Fotos: Vogelsang IP – Roman Hövel

Gesellschafter der Vogelsang IP gemeinnützige GmbH sind der Landschaftsverband Rheinland (LVR), der Kreis Euskirchen, die Städteregion Aachen, der Kreis Düren, die Stadt Schleiden, der Kreis Heinsberg und die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens.

 

PRESSEKONTAKT
Mira Huppertz
Petra Kleen

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