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29.06.2010
„DIE EHEMALIGE ORDENSBURG VOGELSANG“:Wissenschaftliche Publikation über ein Paradebeispiel nationalsozialistischen Bauwillens neu aufgelegtAlbert Moritz, Geschäftsführer vogelsang ip gemeinnützige GmbH, Landeskonservator Prof. Dr. Udo Mainzer und Monika Herzog, beide LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, Thomas Fischer Rheinbach, SEV GmbH
Eine Presseinformation des LVR-Landschaftsverband Rheinland: Eiserne Disziplin sollte nach dem Willen der Erbauer in der einstigen Ordensburg Vogelsang, einer Kaderschmiede der NSDAP, herrschen. Stattdessen trifft man heute – 76 Jahre nach Baubeginn der gewaltigen Anlage – auf eine bunte Schar interessierter Besucher auf der Anhöhe über dem Urftsee mit dem spektakulären Ausblick. Das Paradebeispiel nationalsozialistischen Bauwillens hat eine bemerkenswerte Wandlung erlebt: vom Stein des Anstoßes zum Publikumsmagneten. Wer sich über Vogelsang informieren möchte, kann ab sofort das wissenschaftliche Grundlagenwerk „Die ehemalige Ordensburg Vogelsang“ in vierter erweiterter Auflage erwerben. Das Buch behandelt nicht nur Architektur, Bauplastik, Ausstattung und Umnutzung der Monumentalanlage, sondern zieht auch Vergleichsbeispiele heran: u.a. die vom selben Architekten Clemens Klotz errichtete „Ordensburg“ in Crössinsee, das Kraft-durch-Freude-Bad Prora auf Rügen und die „Ordensburg“ Sonthofen von Hermann Giesler. Ergänzt wurde das ursprünglich von Ruth Schmitz-Ehmke verfasste und 1988 vom Landeskonservator Rheinland herausgegebene Werk in der durch Monika Herzog erweiterten aktuellen Ausgabe auch durch bisher unveröffentlichte historische Fotos von Vogelsang. Sie erlauben neue Erkenntnisse über die Nutzung der Anlage in nationalsozialistischer Zeit. „Vogelsang ist das größte denkmalpflegerische Projekt in Nordrhein-Westfalen“, so Landeskonservator Prof. Dr. Udo Mainzer bei der heutigen Buchpräsentation auf Vogelsang. Dass das umstrittene Denkmal Abrissforderungen und Kritik zum Trotz bewahrt werden konnte, sei ein großer Erfolg nicht nur der Denkmalpflege. „Das Geschichtszeugnis einer neuen Nutzung als Bildungstätte zuzuführen ist eine große Aufgabe, die gut begonnen hat“, so Mainzer. Der LVR begleitet das Denkmal auf diesem Weg – auch als Chronist.
Für redakionelle Fragen: Textdownload: Presseinformation Buchvorstellung LVR.pdf
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