18.05.2010

AUSSTELLUNG „FERIEN IM DRITTEN REICH“: EIFEL-FREIZEITGESTALTUNG IN DER NS-ZEIT

Über 500 Gäste zählt bereits zwei Tage nach der offiziellen Eröffnung am Sonntag, 16. Mai, die Ausstellung „Ferien im Dritten Reich“ im Forum Vogelsang. „Sie lebt von den nahe gehenden Bildern und wird wie erwartet sehr gut angenommen“, zeigte sich Albert Moritz, vogelsang ip-Geschäftsführer zufrieden mit der ersten Resonanz. Besonderes Interesse galt dem regionalen Teil der Ausstellung.

Die Ausstellungsbeteiligten

 

Das vogelsang ip-Wissenschaftsteam stellte die Ausstellung mit Unterstützung von Sammlern und Privatpersonen aus der Eifel aus zahlreichen Objekten, Fotos und Dokumenten aus der NS-Zeit zusammen. Darunter sind komplette Wanderausrüstungen, Wintersportgeräte, Fotoalben, Musikinstrumente, Liederbücher und touristisches Werbematerial. Viele der Leihgeber nahmen an der Eröffnung teil.

Johannes Bortlisz-Dickhoff, Aufsichtsratsvorsitzender der vogelsang ip gemeinnützige GmbH betonte: „Wir wollen unseren spezifischen Beitrag zur Erinnerungskultur in Deutschland leisten. Damit positionieren wir vogelsang ip nachhaltig im Netzwerk der historischen Erinnerungsorte. Gleichzeitig bieten wir den Gästen hier eine spannende Ausstellung, die erstmalig Vogelsang auch als touristische Attraktion im Dritten Reich zeigt.“ Diese Erkenntnis sei neu, müsse weiter erforscht, hinterfragt und bezüglich der Geschichte Vogelsangs wissenschaftlich eingeordnet werden.

Grundlage und Impulsgeber des regionalen Teils um acht Themenfelder wie Winter- und Wassersport, Ahr-Tourismus oder Nürburgring ist die Wanderausstellung „Freizeit im Faschismus“ des Dokumentationszentrums Prora auf Rügen. Das Seebad Prora war ein vom Vogelsang-Architekten Clemens Klotz zwischen 1935 und 1939 geplantes Seebad auf Rügen. Nach seiner Fertigstellung sollten hier durch die Organisation „Kraft durch Freude“ (KdF) 20.000 Menschen gleichzeitig Urlaub machen können. Prora blieb genauso unvollendet wie Vogelsang.

„Die Nationalsozialisten verbanden mit ihren KdF-Angeboten zu gemeinsamen Reisen das Erlebnis der „Volksgemeinschaft“ geschickt mit dem Ziel, durch Erholungsmaßnahmen die Arbeitsleistung zu steigern und gleichzeitig eine positive Einstellung zum Regime zu fördern“, führte der Leiter des Dokumentationszentrums Prora, Dr. Jürgen Rostock, in seiner Ansprache aus. So seien beispielsweise Jugendliche  in gemeinsamen Zeltlagern mit Spielen, Sport, Musik und Feiern im nationalsozialistischen Sinne beeinflusst worden.

„Nationalsozialismus hieß nicht 12 Jahre permanenter Ausnahmezustand. Gerade die gelebte Normalität, die individuellen Entfaltungsmöglichkeiten und der Rückzug ins Private haben entscheidend zur Stabilität und Akzeptanz der NS-Diktatur in Deutschland beigetragen“, betonte der Vogelsang-Historiker Klaus Ring. Erinnerungen und Erinnerungsstücke seien neben dem klassischen Quelleninstrumentarium eine wesentliche Erkenntnismöglichkeit für historische Forschung zur Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Nicht zuletzt im Hinblick auf die zukünftige Dauerausstellung zur NS-Geschichte ermuntert vogelsang ip alle, die noch Objekte, Fotos oder Dokumente aus der NS-Zeit besitzen, die leihweise oder auch dauernd zur Verfügung gestellt werden können, sich an info@vogelsang-ip.de oder +49 (0)2444 91579-0 zu wenden.

Weitere Infos zur Ausstellung finden Sie hier. Der Eintritt zur Eröffnung und während der anschließenden täglichen Öffnungszeiten zwischen 10 und 17 Uhr ist frei.

Zeichen: 3.187

Fotodownload: Ferien im Dritten Reich k _ ©vogelsang ip.zip

Pressekontakt
Björn Troll Pressesprecher, vogelsang ip gemeinnützige GmbH
mobil +49 (0)172 5896146
bjoern.troll@vogelsang-ip.de