
Die Baumaßnahmen am Vogelsang-Kino beginnen nach Karneval 2011 und dauern voraussichtlich bis Ende September. Während dieser Zeit wird es im Kino keine Veranstaltungen geben. Im Rahmen der geführten Geländerundgänge wird das Kino ab Baubeginn nicht mehr besucht. In speziellen „Baustellenführungen“ werden – soweit vom Bauablauf her möglich – Einblicke in die Baumaßnahmen im Kino sowie in weitere Objekte im Gelände gegeben.
Um die historische Prägung des denkmalgeschützten Kinos zu erhalten, werden am Kinosaal keine größeren baulichen Veränderungen vorgenommen. Lediglich technisch zwingende Maßnahmen und Sanierungen werden umgesetzt, die urigen Sitzreihen aus Holz auf ihr Funktion hin überprüft. Die Kernbereiche Saal und Künstlergarderobe sollen weiterhin unverfälscht genutzt werden. In den an den Kinosaal angrenzenden Räumen sollen Büro- sowie Seminarräume entstehen. Die Seminar- und Tagungsräume können nach dem Umbau von Externen, wie zum Beispiel Verbänden und Firmen, für Workshops und Seminare genutzt werden.
Ab Ende 2011 steht der Kinosaal mit seinen 850 festen und auf 1.100 aufstuhlbaren Sitzplätzen für Theater-, Musik- und Kinovorführungen sowie Jugendkulturprojekte bereit.
Die Gesamtkosten für den geplanten Umbau des Kinos betragen zwei Millionen Euro. Deren Finanzierung erfolgt aus Förderanteilen für den „Veranstaltungsort Kino“ sowie die „Betriebliche Zwischenlösung Forum Vogelsang“. Mit Hilfe dieses Budgets erfolgt eine grundsätzliche Nutzbarmachung des Gebäudekomplexes. Eine vollständige Grundsanierung ist in dem zur Verfügung stehenden Finanzrahmen nicht möglich.
DAS EHEMALIGE BELGISCHE KINO – EIN HISTORISCHER RÜCKBLICK
Auf der stillgelegten Baustelle des von Clemens Klotz beabsichtigten Hörsaals beim geplanten „Haus des Wissens“ begann die belgische Armee 1951 mit dem Bau eines Kinos. Dort stattfindende Spielfilmabende sollten als Freizeitvergnügen für die auf Vogelsang stationierten Soldaten dienen. Für die belgischen Armeeangehörigen gab es abwechselnd Filme in französischer und flämischer Sprache.
Das vermutlich 1953 oder 1954 fertig gestellte Kino hatte genau 1.104 Plätze. Nachdem der vordere Block mit acht Reihen zu je 28 Sitzen in späterer Zeit entfernt worden ist, sind vor Beginn der Baumaßnahmen 850 Sitzplätze vorhanden. Als über Antennen das belgische Fernsehprogramm auch in Vogelsang empfangen werden konnte, stellten die Belgier Ende der 1970er Jahre die Filmvorführungen ein.
Nach Abzug der belgischen Streitkräfte Ende 2005 wurde der historische Wert des Kinos schnell erkannt und das Gebäude in die geführten Geländerundgänge integriert.
Seitdem hat sich das Kino bereits mehrfach als Veranstaltungsort bewährt, etwa bei der Aufführung von Carl Orffs Carmina Burana am 14. Oktober 2006 oder dem Konzert der Big-Band des WDR am 16. Januar 2009.
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